Lernen aus der Grippe-Pandemie II Neuer HIV-Indikator II Ausbreitung Vancomycin-resistenter Enterokokken
News Netzwerk Infektiologie Nr. 25 (April 2019)

Erkenntnisse aus der Grippe-Pandemie von 1918

Die Grippe-Epidemie des Jahres 1918 war das tödlichste dokumentierte einzelne Ereignis der menschlichen Geschichte – innerhalb eines Jahres starben zwischen 50 und 100 Millionen Menschen an dieser Virus-Infektion. Um eine erneute Pandemie mit einem solchen Ausmaß zu verhindern, muss das Ziel die Entwicklung eines universellen Impfstoffs gegen Influenza sein.

Der Erreger der Pandemie von 1918 war H1N1, alle seither beschriebenen Influenza-Viren sind Nachkommen dieses Virusstamms. Mutationen führten und führen zu „antigenic drift“ – neue antigene Epitope ersetzen die alten, der neue Stamm wird vom menschlichen Immunsystem nicht mehr erkannt. Dazu kommen Wirtswechsel, wie bei der Vogel- oder Schweinegrippe.

Eine universelle Influenza-Vakzine müsste diese Veränderungen adressieren, aber auch weitere Anforderungen erfüllen, auf die die Autoren in ihrem Übersichtsartikel eingehen: hochwirksam nach nur einer Impfung, robuste und lebenslange Immunität, die durch Exposition gegenüber dem Wildtyp-Virus immer wieder neu geboostert wird. Bisher liegt dieses Ziel zwar noch in weiter Ferne, aber – so die Autoren – neuere Impfstoffe in der Entwicklung nähern sich diesem Profil langsam an.

Abbildung: © DragonImages - Fotolia.com

Referenz: Morens DM & Taubenberger JK. Making Universal Influenza Vaccines: Lessons from the 1918 Pandemic. The Journal of Infectious Diseases, jiy728

Link zum Artikel (frei verfügbar)

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