Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege II Doxycyclin zur Prävention der Lyme-Borreliose II Elimination von HCV
News Netzwerk Infektiologie Nr. 36 (Oktober 2020)

Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege

Ist eine frühe Antibiotika-Therapie bei Infektionen der oberen Atemwege sinnvoll? Dieser Frage ist ein Autorenteam aus Großbritannien nachgegangen. Anhand von zwei populationsbasierten Kohortenstudien aus England und Wales wurden die Daten von insgesamt 1,82 Millionen Patienten mit einer Antibiotika-Verordnung aufgrund einer Infektion der oberen Atemwege ausgewertet.

Mehr als 90% der Patienten erhielten bereits bei der Diagnose ein Antibiotikum, bei rund 8% war dies erst innerhalb von einem bis 30 Tagen nach der Diagnose der Fall. Es gab zwischen Patienten mit hohem und niedrigem Risiko einer stationären Behandlung keine Unterschiede beim Zeitpunkt der Verschreibung. Eine verzögerte Antibiotika-Verordnung war mit einem um 52% erhöhten Risiko einer stationären Behandlung assoziiert (adjustierte Hazard Ratio 1,52; Konfidenzintervall 1,43 bis 1,62).

Die Autoren schließen, dass eine verzögerte Antibiose mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden ist und vor allem bei Risikopatienten vermieden werden sollte.

Abbildung: © Racle Fotodesign - Fotolia.com

Van Staa TP et al. The safety of delayed versus immediate antibiotic prescribing for upper respiratory tract infections. Clinical Infectious Diseases 2020 [ePub ahead of print]

Link zur Publikation (der Artikel ist frei verfügbar)

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