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News Netzwerk Infektiologie Nr. 20 (November 2018)

Harnwegsinfekte bei älteren Patienten: mehr Komplikationen bei bestehender Niereninsuffizienz

Wie häufig kommt es bei niereninsuffizienten Patienten im Rentenalter mit einem Harnwegsinfekt zu Komplikationen? Untersucht wurden die Daten von mehr als 795.000 Patienten, die sich zwischen 2010 und 2016 mit einer Harnwegsinfektion in einer englischen Praxis vorstellten. Die Autoren erfassten die Risiken für einen zweiten Besuch innerhalb der folgenden 14 Tage (mit einer weiteren Antibiotika-Verordnung an diesem Tag als Marker für Nichtansprechen), eine Krankenhauseinweisung aufgrund des HWI, Sepsis, akute Niereninsuffizienz sowie Tod innerhalb von 28 Tagen.

Bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von weniger als 60 mL/min/1,73 m2 waren die Risiken für einen Krankenhausaufenthalt aufgrund des HWI sowie für eine akute Niereninsuffizienz erhöht. Sank die eGFR noch weiter auf Werte unterhalb von 45 mL/min/1,73 m2, galt dies auch für Sepsis und Tod. Eine Therapie mit Nitrofurantoin anstelle von Trimethoprim führte nicht zu mehr Komplikationen. Nitrofurantoin könnte somit bei Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz häufiger als bisher eingesetzt werden.

Abbildung: © PrettyVectors - Fotolia.com

Referenz: Ahmed H et al. Risk of adverse outcomes following urinary tract infection in older people with renal impairment: Retrospective cohort study using linked health record data. PLoS Med. 2018 Sep 10;15(9):e1002652. doi: 10.1371/journal.pmed.1002652.

Link zum Artikel (die Vollpublikation ist frei verfügbar)

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