COVID-19 - Möglichkeiten zur Reduktion des Übertragungsrisikos in der niedergelassenen Arztpraxis – Schutz von Patienten und Personal
News Netzwerk Infektiologie Nr. 33 (April 2020)

COVID-19 -Möglichkeiten zur Reduktion des Übertragungsrisikos in der niedergelassenen Arztpraxis – Schutz von Patienten und Personal

1. spezielle Sprechzeiten für Patienten mit COVID-19 Infektion, ggf. auch für Patienten mit respiratorischen Symptomen (Randsprechzeiten, vormittags/nachmittags, gesonderte Tage)

2. Kunststoffscheiben im Anmeldungsbereich montieren als Schutz der MFA

3. gezieltes Terminmanagement (z.B. Einplanung von Zeitpuffern), so dass möglichst wenig Patienten in den Warteräumen sitzen.

4. gesonderter Raum für Patienten mit COVID-19-Infektion (oder bei Verdacht), möglichst mit eigenem Nassbereich

5. gesonderter Wartebereich für Patienten mit Symptomen eines respiratorischen Infektes,möglichst nahe der Anmeldung

6. Maßnahmen zur Kontaktreduktion
a) Videobesprechungen oder Telefonate mit Patienten
b) Blutentnahmen: Routinemäßige Blutentnahmen entfallen, sofern vertretbar.
c) Rezepte/AU: Rezepte/AU werden zugeschickt, im Gegenzug schicken die Patienten Versicherungskarte oder Versicherungsnachweis

7.Wartbereiche: Abstände zwischen den Stühlen mindestens 1,50 m. Keine Gegenstände auslegen, die Patienten lange in den Händen haben

8. Patienten ohne Infektion ggf. vor der Praxis warten lassen und mit Handy aufrufen

9. Durchgangstüren: Soweit vertretbar die Türen permanent offen halten, so dass die Türklinken nicht benutzt werden

10. Aushänge an den Eingangstüren befestigen: Patienten mit Verdacht auf COVID-19-Infektion sollen draußen bleiben und die Anmeldung anrufen. Gleicher Hinweis auf die Website

11. Desinfektionsmittelspender aufstellen (u.a. im Eingangsbereich)

12. In regelmäßigen Abständen Türklinken der Einrichtung desinfizieren

13. Sanitärbereiche mehrfach täglich reinigen/desinfizieren

14 Im Falle eines Verdachtsfalls oder eines bestätigten COVID-19-Falles Oberflächendesinfektion in den in Betracht kommenden Räumlichkeiten

15. Untersuchung und Blutabnahme bei COVID-19-Patienten bzw. bei Patienten mit respiratorischen Symptomen: sollte möglichst von der gleichen Person erfolgen (Kontaktreduktion)

16. Blutentnahme: Mitarbeiter, die Blut abnehmen, tragen bei allen Patienten grundsätzlich immer Nasen-Mundschutz, Handschuhe und Brille

17. Abstrich auf Coronaviren: Immer nur in kompletter Schutzkleidung: Schutzkittel, Handschuhe, FFP-Maske, Augenschutz, Schuhüberzieher

18. Schutzkleidung: Bestände sorgfältig erfassen, Vorratshaltung soweit möglich. Rechtzeitig nachkaufen bzw. Lieferung beantragen

19. Wenn Mitarbeiter erste Symptome eines respiratorischen Infektes entwickeln: sofort COVID-19-Abstrich entnehmen und nach Hause schicken (bis Ergebnis vorliegt)

20. MFA: 2-Schichtbetrieb (wenn eine Schicht wegen COVID-19 ausfällt, kann die 2. Schicht übernehmen)

21. Körperliche Untersuchungen und Sonografien: unterbleiben, außer diese sind zwingend erforderlich

22. Schulungen des Praxispersonals, um richtiges Verhalten sicher zu stellen und Ängste abzubauen

23. Laboranforderungsschein immer komplett ausfüllen (Angaben zum Patienten, Angaben zum Hausarzt), damit im Falle eines positiven Befundes eine schnelle Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt erfolgen kann

Die geschilderten Maßnahmen basieren auf unserem Wissen und unserer Einschätzung der Situation.
Für vieles gibt es keine Evidenz, wir alle befinden uns in einem Lernprozess. Dementsprechend sind dies keine Empfehlungen, für die wir verantwortlich zeichnen wollen oder können.


Prof. Dr. Andreas Plettenberg
Dr. Albrecht Stoehr
Dr. Peter Buggisch
Prof. Dr. Jörg Petersen
André Burchard
MVZ-Hamburg/ ifi-Institut für interdisziplinäre Medizin/Zentrum Infektiologie


Beitrag weiterleiten


Sie möchten die News des Netzwerkes Infektiologie regelmäßig erhalten?

News bestellen

Dann tragen Sie sich hier ein - die News erscheinen 6x jährlich und sind jederzeit wieder abbestellbar.

Sie sind noch kein Mitglied im Netzwerk Infektiologie?

Mitglied im Netzwerk werden

Hier können sich infektiologisch interessierte Ärzte kostenfrei anmelden und die vielfältigen Vorteile des Netzwerkes nutzen.

News Netzwerk Infektiologie Archiv

News Netzwerk Infektiologie Nr. 36 (Oktober 2020)
Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege II Doxycyclin zur Prävention der Lyme-Borreliose II Elimination von HCV
News Netzwerk Infektiologie Nr. 35 (August 2020)
COVID-19: Abstand und Masken sinnvoll || COVID-19 Therapie mit Dexamethason || Globale Epidemiologie der Tuberkulose bei Kindern
News Netzwerk Infektiologie Nr. 34 (Juni 2020)
Antibiotika-Exposition und Asthma || Immunantwort nach HPV-Impfung || Globale Epidemiologie der Masern
News Netzwerk Infektiologie Nr. 33 (April 2020)
COVID-19 - Möglichkeiten zur Reduktion des Übertragungsrisikos in der niedergelassenen Arztpraxis – Schutz von Patienten und Personal
News Netzwerk Infektiologie Nr. 32 (März 2020)
Video der Fortbildungsveranstaltung "Coronavirus-Infektion - was Ärzte wissen sollten" vom 17.03.2020
News Netzwerk Infektiologie Nr. 30 (Februar 2020)
Erster Ebola-Impfstoff zugelassen || STI und PrEP || Zoster-Risiko bei immunsupprimierten Patienten
News Netzwerk Infektiologie Nr. 29 (Dezember 2019)
STI-Prophylaxe mit Doxycyclin || Morbus Whipple Diagnostik || Antibiotika-Therapie bei Bakteriämie
Interaktionshotline Mitglieder des Netzwerkes können hier Fragen zu Wechselwirkungen stellen.
Anzeige: