Immunologisches Gedächtnis und SARS-CoV-2 || Therapie der medikamentenresistenten Tuberkulose || HIV: Risiko der chronischen Nierenerkrankung unter TDF
News Netzwerk Infektiologie Nr. 38 (Februar 2021)

HIV: Risiko der chronischen Nierenerkrankung unter TDF

Wie hoch ist das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) bei HIV-Patienten, die eine Tenofovirdisoproxil (TDF)-haltige Therapie erhalten? Basierend auf dem D:A:D-Score sind die Forscher der OPERA-Kohorte dieser Frage nachgegangen. Sie konnten dabei auf die klinischen Daten von 9.802 Patienten zurückgreifen, darunter 6.222 Personen, die TDF erhalten hatten.

Beide Gruppen, TDF- und Nicht-TDF-Patienten, hatten laut D:A:D-Score ein geringes Risiko für eine CKD. Innerhalb von insgesamt mehr als 24.000 Patientenjahren des Follow-Up kam es zu 125 CKD-Ereignissen (definiert als zwei oder mehr aufeinander folgende Werte der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von weniger als
60 ml/min/1,73m2). Eine inzidente chronische Nierenerkrankung war mit einem erhöhten CKD-Risiko zu Therapiebeginn assoziiert. Der Einsatz von TDF hatte keinen Einfluss auf das CKD-Risiko, gleiches galt für den Einsatz von Boostern in Kombination mit TDF oder ohne TDF. Die Autoren schließen daraus, dass TDF immer noch, sofern bei geeigneten Patienten eingesetzt, eine sinnvolle Therapie-Option ist.

Abbildung: © Adiano - stock.adobe.com

Hsu R et al. Risk of chronic kidney disease in people living with HIV by tenofovir disoproxil fumarate (TDF) use and baseline D:A:D chronic kidney disease risk score. HIV Med 2020 Nov 28. doi: 10.1111/hiv.13019. Online ahead of print.

Link zur Publikation (der Artikel ist frei verfügbar)


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