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News Netzwerk Infektiologie Nr. 38 (Februar 2021)

Immunologisches Gedächtnis und SARS-CoV-2

Für die Entwicklung von Diagnostika und Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 ist ein tieferes Verständnis der menschlichen Immunantwort essenziell. Wie lange hält der Schutz nach einer COVID-19-Impfung oder durchgemachten SARS-CoV-2 Infektion an und welche Komponenten des Immunsystems sind dafür verantwortlich? Forscher aus den USA sind dieser Frage nachgegangen und haben untersucht, wie lange SARS-CoV-2-spezifische Antikörper, B-Gedächtniszellen sowie CD4-und CD8-T-Zellen nach einer Infektion noch nachweisbar sind.

Insgesamt standen Proben von 188 Patienten für die Untersuchung zur Verfügung, alle Patienten hatten eine symptomatische Infektion durchgemacht, 7% wurden stationär behandelt. Dies entspricht, so die Autoren, der generellen Verteilung in den USA.

SARS-CoV-2-neutralisierende Antikörper wurden bei 90% (36/40) der Patienten auch noch sechs bis acht Monate nach dem Auftreten der ersten Symptome nachgewiesen. Die Zahl der Gedächtniszellen stieg innerhalb des Beobachtungszeitraums von sechs Monaten an; dies galt für Spike-spezifische B-Zellen ebenso wie für RBD (receptor-binding domain)-spezifische Zellen. Die SARS-CoV-2-spezifischen CD4- und CD8-Zellen hatten hingegen eine Halbwertzeit von drei bis fünf Monaten.

Die Autoren betonen, dass es für endgültige Rückschlüsse auf die Dauer der Immunität gegen SARS-CoV-2 noch zu früh sei, die Daten jedoch zeigen, dass eine dauerhafte Immunantwort gegen SARS-CoV-2 für die meisten Menschen möglich sein könnte.

Abbildung: © alphaspirit - stock.adobe.com

Dan JM et al. Immunological memory to SARS-CoV-2 assessed for up to 8 months after infection. Science 06 Jan 2021

Link zur Publikation (der Artikel ist frei verfügbar)


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