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News Netzwerk Infektiologie Nr. 38 (Februar 2021)

Therapie der medikamentenresistenten Tuberkulose

Mit Bedaquilin und Delamanid stehen seit einigen Jahren zwei neue Medikamente für die Therapie der MDR (Multi-drug- resistant)-Tuberkulose zur Verfügung. Die Datenlage ist für beide Substanzen begrenzt; Vergleichsstudien fehlten bisher. Nun hat eine Gruppe aus Georgien in einer prospektiven Beobachtungsstudie beide Medikamente jeweils in Kombination mit weiteren Tb-Medikamenten verglichen.

64 Patienten erhielten Bedaquilin und 31 Delamanid jeweils in Kombination mit im Median vier weiteren Medikamenten. Nach zwei Monaten war bei 67% der Bedaquilin- und 47% der Delamanid-Patienten kein Erreger mehr im Sputum nachweisbar (p=0,1); nach sechs Monaten war dies bei 95% bzw. 74% der Fall (p<0,01). Patienten, die eine Bedaquilin-haltige Therapie erhielten, entwickelten während der Behandlung seltener Resistenzen (10% vs. 36%, p<0,01).

Das Fazit der Autoren ist, dass eine Bedaquilin-haltige Therapie der MDR-Tuberkulose häufiger zu einem negativen Erregernachweis im Sputum führt, seltener mit einer Resistenzentwicklung verbunden ist, mit einem besseren klinischen Ansprechen assoziiert ist.

Abbildung: © Robert Kneschke - stock.adobe.com

Kempker RR et al. Clinical Outcomes Among Patients With Drug-resistant Tuberculosis Receiving Bedaquiline- or Delamanid-Containing Regimens. Clin Infect Dis 2020 Dec 3;71(9):2336-2344

Link zum Abstract (der Artikel ist nicht frei verfügbar)


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