Harnwegsinfekte bei Frauen || WHO benennt globale Bedrohungen || Screening auf HIV, HBV und HCV
News Netzwerk Infektiologie Nr. 24 (März 2019)

Harnwegsinfekte: Viel (Wasser) trinken hilft!

Ein unkomplizierter Harnwegsinfekt ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Frauen, oft kommt es innerhalb von wenigen Monaten zu einem Rezidiv. Schätzungen lassen vermuten, dass rund 15% des Antibiotikaverbrauchs beim Menschen auf die Behandlung von Harnwegsinfekten zurückzuführen ist.
Oft wird betroffenen Frauen als erste Maßnahme empfohlen, mehr zu trinken – allerdings war die Datenlage für diese einfache Therapie bisher begrenzt.

Die Autoren führten eine randomisierte klinische Studie mit insgesamt 140 prämenopausalen Frauen durch, die unter rezidivierenden Harnwegsinfekten litten und nach eigenen Angaben pro Tag weniger als 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nahmen. Die Frauen wurden 1:1 randomisiert in eine Interventionsgruppe, die pro Tag zusätzlich 1,5 Liter Wasser trank, und eine Kontrollgruppe mit unverändertem Trinkverhalten. In der Kontrollgruppe kam es innerhalb der Studiendauer von 12 Monaten im Mittel zu 3,2 Zystitis-Episoden, im Interventionsarm lediglich zu 1,7 (p<0,001). Auch Antibiotika wurden signifikant seltener verordnet.

Eine Erhöhung der täglichen Flüssigkeitszufuhr stellt somit eine effektive und Antibiotika-sparende Strategie zur Prävention von rezidivierenden Harnwegsinfekten dar.

Abbildung: © Aaron Amat - Fotolia.com

Referenz: Hooton TM et al. Effect of Increased Daily Water Intake in Premenopausal Women with Recurrent Urinary Tract Infections. JAMA Intern Med. 2018;178(11):1509–1515. (frei verfügbar)

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