Impfen im Alter || HIV-Präexpositionsprophylaxe in Deutschland || Doxycyclin zur STI-Prophylaxe
News Netzwerk Infektiologie Nr. 16 (April)

HIV-Präexpositionsprophylaxe in Deutschland – Wissensstand und Akzeptanz

Die HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist seit August 2016 in Europa zugelassen. Kurz vor der Zulassung, im Zeitraum März bis Juni 2016, hat eine deutsche Arbeitsgruppe 866 MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) zu Wissenstand, Erfahrungen und Risikoverhalten befragt. Die Befragung erfolgte mit Hilfe eines web-basierten Fragebogens.

Rund zwei Drittel der Befragten hatten innerhalb des letzten Jahres einen HIV-Test durchführen lassen, bei 144 MSM war eine sexuell übertragbare Infektion (STI) innerhalb der letzten sechs Monate diagnostiziert worden.

Mit 86,4% wusste die überwiegende Mehrheit von PrEP, rund 65% wären bereit, diese Art der Prophylaxe zu nutzen. Vor allem MSM, die Risikokontakte haben oder bei denen bereits sexuell übertragene Infektionen diagnostiziert worden waren, zeigten eine hohe PrEP-Akzeptanz.

Die Untersuchung zeigt, dass bereits im Jahr 2016 in Deutschland Wissen über und Akzeptanz für PrEP ausgeprägt waren. Da die Kosten bis heute nicht von den Kassen übernommen werden, sollten für den Einsatz der PrEP in Deutschland neue Modelle entwickelt werden – so die Autoren.

Abbildung: © Gajus - Fotolia.com

Referenz: Spinner CD et al. 2016 PREP attitudes in Germany: high awareness and acceptance in MSM at risk of HIV. Infection (2018). https://doi.org/10.1007/s15010-018-1127-3

Link zum Abstract (die Vollpublikation ist nicht frei verfügbar)

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