Infektiosität nach COVID-19 || Wissen über sexuell übertragbare Infektionen || Rickettsien-Infektionen nach Fernreisen
News Netzwerk Infektiologie Nr. 40 (Juni 2021)

Rickettsien-Infektionen nach Fernreisen

Wie häufig kommen Fernreisende mit einer unerkannten Rickettsien-Infektion aus dem Ausland zurück? Dieser Frage sind Forschende aus den Niederlanden jetzt nachgegangen. Im Rahmen einer retrospektiven Auswertung untersuchten sie die Daten von 97 Reisenden, die zwischen 2010 und 2016 aus Afrika, Asien oder Amerika mit Fieber zurückgekehrt waren.

Bei allen Patienten war eine Leptospirose vermutet, aber serologisch ausgeschlossen worden. Der Rickettsien-Nachweis (Rickettsia conorii, Rickettsia typhi und Orientia tsutsugamushi) erfolgte mittels Immunfluoreszenz aus den vorhandenen Rückstellproben der Patienten. War der Nachweis positiv, wurde geprüft, ob auch die Krankengeschichte für eine Rickettsien-Infektion sprach. In insgesamt 16 Fällen hatte eine wahrscheinliche oder gesicherte Rickettsien-Infektion vorgelegen, die bei 11 Patienten nicht diagnostiziert worden war und bei sieben Patienten nicht mit einer angemessenen empirischen Antibiotika-Therapie behandelt worden war.

Das Fazit der Autoren: eine Rickettsien-Erkrankung ohne den typischen „Eschar“ der Haut ist eine wichtige und oft übersehene Krankheitsursache bei Rückkehrern von Fernreisen – und dies auch, wie in diesem Fall, in Zentren, die auf Reisemedizin spezialisiert sind.

Abbildung: © phoderstock - stock.adobe.com

De Vries SG et al. Searching and Finding the Hidden Treasure: A Retrospective Analysis of Rickettsial Disease Among Dutch International Travelers. Clinical Infectious Diseases, Volume 72, Issue 7, 1 April 2021, Pages 1171–1178

Link zum Artikel (der Artikel ist frei verfügbar)


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