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News Netzwerk Infektiologie Nr. 40 (Juni 2021)

Was wissen die Deutschen über sexuell übertragbare Infektionen?

Das Ziel einer vom Bundesgesundheitsministerium im Jahr 2016 entwickelten Strategie ist es, sexuell übertragbare Infektionen (STI) in Deutschland bis zum Jahr 2030 einzudämmen. Während viele Menschen hierzulande gut über HIV/Aids Bescheid wissen, ist dies bei anderen STI nicht der Fall. Im Rahmen einer bundesweite Bevölkerungsstudie („Gesundheit und Sexualität in Deutschland – GeSiD“) wurden fast 5.000 Teilnehmer persönlich zu ihrem Wissen rund um STI befragt.

Mehr als 70% der Befragten nannten ungestützt HIV/Aids als eine ihnen bekannten STI; gestützt lag der Wert sogar über 90%. Am anderen Ende der Skala rangierte das Wissen um Trichomonaden: 0,4% der Befragten nannten diese STI ungestützt (gestützt: 12,6%).

Keine der anderen sexuell übertragbaren Infektionen im Fokus erreichten ungestützt einen Bekanntheitsgrad von mehr als 40%. Im Einzelnen handelte es sich um Syphilis (31,9%), Gonorrhoe (38,6%), Hepatitis B (10,3%), Herpes genitalis (10,6%) Chlamydien (11,7%) sowie Filzläuse (2,8%) und Genitalwarzen (4,4%). Jüngere Menschen waren – mit Ausnahme von Syphilis und Gonorrhoe – meist besser informiert als die Altersgruppe der 36- bis 75-Jährigen. Niedrigerer Bildungsstand, Migrationshintergrund und höheres Alter hingen mit einem geringeren Informationsstand zusammen, während nicht-heterosexuelle Personen und Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern oft besser informiert waren.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass zur Verbesserung des Wissens über STI und damit zur Verminderung des Risikos von STI zielgruppenspezifische Aktivitäten notwendig sind.

Abbildung: © Racle Fotodesign - stock.adobe.com

Matthiesen S et al. Wie gut ist das Wissen über sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland? Bundesgesundheitsbl 2021 [published online 21. April 2021]

Link zum Artikel (der Artikel ist frei verfügbar)


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