Keime auf dem Smartphone || Vibrio-Infektionen || Antibiotika bei Kindern
News Netzwerk Infektiologie Nr. 43 (Dezember 2021)

Das Smartphone als Überträger von Infektionen

Das Smartphone gehört für die meisten Menschen zum Alltag, es ist fast immer dabei. Dies gilt auch für das Personal in Kliniken und Praxen. Die meisten Personen machen sich jedoch wenig Gedanken darüber, in welchem Umfang sich auf einem solchen Gerät Mikroorganismen ansammeln – und weiter übertragen werden können. Forschende aus Leipzig haben untersucht, wie häufig Smartphones mit Pathogenen besiedelt sind. Daten aus dem Jahr 2012 wurden Daten aus dem Pandemie-Jahr 2021 gegenübergestellt.

Insgesamt nahmen 293 Mitarbeitende des Klinikums St. Georg in Leipzig an dieser Untersuchung teil. Fast alle Smartphones (99,3%) waren mit Bakterien kontaminiert. Der Anteil der klinisch relevanten Keime (unter anderem Staphylococcus aureus, Enterokokken, Enterobacterales, nicht-fermentierende Bakterien) stieg zwischen 2012 und 2021 von 21,2% auf 39,8%. Im gleichen Zeitraum stieg auch die Bedeutung des Smartphones: Während 2012 nur rund 39% ihr Smartphone ständig bei sich hatten, waren es 2021 69,4% (p<0,001). Aber auch die Sorgfalt beim Umgang mit dem Smartphone hatte sich im gleichen Zeitraum verändert; rund 50% der Teilnehmenden gaben 2021 an, dass sie ihr Gerät regelmäßig reinigten. Im Jahr 2012 hatten 69% erklärt, dass sie dies nur täten, wenn es offensichtlich kontaminiert sei.

Die Autor*innen schlussfolgern, dass die Kontamination von Smartphones im Krankenhaus ein Risiko darstellt und ergänzend zur Handhygiene auch eine Smartphone-Hygiene notwendig ist.

Abbildung: © Syda Productions - stock.adobe.com

Tannhäuser R et al. Bacterial contamination of the smartphones of healthcare workers in a German tertiary-care hospital before and during the COVID-19 pandemic. Am J Infect Control. 2021 Oct 16;S0196-6553(21)00669-6

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