Kutane Leishmaniose || Teststrategien für die oropharyngeale Gonorrhoe || COVID-19: Antikörpernachweis und Risiko einer Neuinfektion
News Netzwerk Infektiologie Nr. 39 (April 2021)

Kutane Leishmaniose erst nach Jahren diagnostiziert

Die Diagnose der kutanen Leishmaniose ist oft schwierig; sie bleibt oft lange unerkannt – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Manifestationen, der manchmal langen Inkubationszeit und der unspezifischen Histologie. Ein besonders eindrückliches Beispiel haben jetzt Kliniker aus Belgien publiziert.

Der 67 Jahre alte, sonst gesunde Mann stellte sich mit Läsionen an Gesicht und Kopfhaut vor. Die Läsionen bestanden seit sieben Jahren; aus einer ursprünglich vorhandenen erythematösen Makula hatte sich die Läsion über die gesamte Kopfhaut, die Stirn, die Ohren und die linke Gesichtshälfte ausgebreitet. Der Patient hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Dermatologen konsultiert, unterschiedliche Diagnosen und Therapien erhalten – alles ohne Erfolg. Erst die Durchführung einer Stanzbiopsie mit PCR (Polymerasekettenreaktion) brachte letztlich Klarheit: die Läsionen waren auf eine Infektion mit Leishmanien zurückzuführen. Eine Therapie mit liposomalem Amphotericin B führte zu rascher Besserung.

Die Autoren betonen, dass eine Leishmaniose als Ursache für Hautläsionen immer in Betracht gezogen werden sollte, wenn Patienten (wie auch der hier beschriebene) in Endemiegebiete gereist sind. Die PCR ist dabei aktuell die sensitivste mögliche Analysemethode.

Abbildung: © Kateryna_Kon - stock.adobe.com

Vanlier C et al. A case report of cutaneous leishmaniasis: a misleading clinical presentation. Infection (2021) 49:177–180

Link zum Abstract (der Artikel ist nicht frei verfügbar)


Beitrag weiterleiten


Sie möchten die News des Netzwerkes Infektiologie regelmäßig erhalten?

News bestellen

Dann tragen Sie sich hier ein - die News erscheinen 6x jährlich und sind jederzeit wieder abbestellbar.

Sie sind noch kein Mitglied im Netzwerk Infektiologie?

Mitglied im Netzwerk werden

Hier können sich infektiologisch interessierte Ärzte kostenfrei anmelden und die vielfältigen Vorteile des Netzwerkes nutzen.

News Netzwerk Infektiologie Archiv

News Netzwerk Infektiologie Nr. 40 (Juni 2021)
Infektiosität nach COVID-19 || Wissen über sexuell übertragbare Infektionen || Rickettsien-Infektionen nach Fernreisen
News Netzwerk Infektiologie Nr. 39 (April 2021)
Kutane Leishmaniose || Teststrategien für die oropharyngeale Gonorrhoe || COVID-19: Antikörpernachweis und Risiko einer Neuinfektion
News Netzwerk Infektiologie Nr. 38 (Februar 2021)
Immunologisches Gedächtnis und SARS-CoV-2 || Therapie der medikamentenresistenten Tuberkulose || HIV: Risiko der chronischen Nierenerkrankung unter TDF
News Netzwerk Infektiologie Nr. 37 (Dezember 2020)
Vertrauen in Impfstoffe || HIV: Initial Efavirenz oder Integrasehemmer? || Das HIV-Kontinuum in Europa
News Netzwerk Infektiologie Nr. 36 (Oktober 2020)
Antibiotika bei Infektionen der oberen Atemwege II Doxycyclin zur Prävention der Lyme-Borreliose II Elimination von HCV
News Netzwerk Infektiologie Nr. 35 (August 2020)
COVID-19: Abstand und Masken sinnvoll || COVID-19 Therapie mit Dexamethason || Globale Epidemiologie der Tuberkulose bei Kindern
News Netzwerk Infektiologie Nr. 34 (Juni 2020)
Antibiotika-Exposition und Asthma || Immunantwort nach HPV-Impfung || Globale Epidemiologie der Masern
News Netzwerk Infektiologie Nr. 33 (April 2020)
COVID-19 - Möglichkeiten zur Reduktion des Übertragungsrisikos in der niedergelassenen Arztpraxis – Schutz von Patienten und Personal
Interaktionshotline Mitglieder des Netzwerkes können hier Fragen zu Wechselwirkungen stellen.
Anzeige: