Kutane Leishmaniose || Teststrategien für die oropharyngeale Gonorrhoe || COVID-19: Antikörpernachweis und Risiko einer Neuinfektion
News Netzwerk Infektiologie Nr. 39 (April 2021)

Teststrategien für die oropharyngeale Gonorrhoe

Eine oropharyngeale Gonorrhoe verläuft häufig asymptomatisch, bleibt unentdeckt und stellt somit ein Reservoir für weitere Ansteckungen dar. Richtet man sich nach den internationalen Leitlinien, wird ein Test auf eine oropharyngeale Gonorrhoe nur bei Frauen aus Risikogruppen durchgeführt oder wenn entsprechende Sexualpraktiken bekannt sind. Forscher aus den Niederlanden sind der Frage nachgegangen, ob eine Routinetestung im Vergleich zur selektiven Testung Vorteile bieten würde.

Insgesamt mehr als 550.000 Konsultationen in einer Klinik für sexuell übertragene Erkrankungen wurden ausgewertet. Die Autoren unterschieden beim Nachweis einer oropharyngealen Gonorrhoe zwischen Routinetestung (>85% der Frauen/Klinikjahr getestet, n=57.359), selektiver Testung (5-85% der Frauen/Klinikjahr getestet, n=444.283) und zufälliger Testung (<5% Frauen/Klinikjahr getestet, n=44.108). Mittels selektiver Testung blieben mehr als zwei Drittel der oropharyngealen Infektionen unentdeckt, wobei etwa die Hälfte der betroffenen Frauen nicht gleichzeitig unter einer genitalen oder anorektalen Gonorrhoe litt.

Um tatsächlich die Mehrheit der Infektionen zu entdecken, wäre eine universelle Testung auf Neisseria gonorrhoeae sinnvoll. Offen bleibt bisher die Frage, ob dies kosteneffektiv sein würde und welchen Einfluss eine solche Strategie auf die Resistenzsituation hätte.

Abbildung: © Africa Studio - stock.adobe.com

Van Liere G et al. Routine universal testing versus selective or incidental testing for oropharyngeal Neisseria gonorrhoeae in women in the Netherlands: a retrospective cohort study. Lancet Infectious Diseases 2021

Link zum Abstract (der Artikel ist nicht frei verfügbar)


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