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News Netzwerk Infektiologie Nr. 41 (August 2021)

Behandlung der Lyme-Neuroborreliose - oral oder intravenös?

Eine Lyme-Neuroborreliose wird häufig mit intravenösem Ceftriaxon behandelt, obwohl orales Doxycyclin ähnlich wirksam zu sein scheint. In einer randomisierten, offenen und multizentrischen Äquivalenzstudie aus Finnland wurden beide Therapien verglichen.

In die Studie wurden zwischen 2012 und 2016 insgesamt 210 Erwachsene mit Verdacht auf Lyme-Neuroborreliose (LNB) aufgenommen. 104 Teilnehmer erhielten Doxycyclin (zweimal täglich 100 mg für vier Wochen); 106 Teilnehmer wurden mit Ceftriaxon (2 g Ceftriaxon i.v./Tag für 3 Wochen) behandelt. Die Patientinnen und Patienten mussten vor der Behandlung sowie vier und zwölf Monate danach ihr subjektives Befinden auf einer visuellen Analogskala (Skala von 0 bis 10; 0=normal) einschätzen.

In der Per-Protokoll-Analyse, an der 82 Doxycyclin-Patienten und 84 Ceftriaxon-Patienten teilnahmen, gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Therapien: der Score sank nach einer Doxycyclin-Therapie um 3,9 Punkte, nach Ceftriaxon um 3,8 Punkte. Damit sind beide Medikamente in der Behandlung der Lyme-Neuroborreliose gleich effektiv.

Abbildung: © comicsans - stock.adobe.com

Cortela E et al. Oral Doxycycline Compared to Intravenous Ceftriaxone in the Treatment of Lyme Neuroborreliosis: A Multicenter, Equivalence, Randomized, Open-label Trial. Clinical Infectious Diseases 2021; 72 (8): 1323–1331

Link zum Abstract (der Artikel ist nicht frei verfügbar)


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