Konsequenzen der geringgradigen HIV-Virämie || Behandlung der Lyme-Neuroborreliose || Infektiosität einer frühen Syphilis
News Netzwerk Infektiologie Nr. 41 (August 2021)

Konsequenzen der geringgradigen HIV-Virämie

Welche Bedeutung eine geringgradige HIV-Virämie (Low-level Viremia, LLV) für den klinischen Verlauf hat, ist immer noch unklar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Schweden sind dieser Frage jetzt im Rahmen einer landesweiten Kohortenstudie nachgegangen. Sie untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer LLV und der Gesamtmortalität, dem Auftreten von AIDS oder schweren Non-AIDS Ereignissen gibt.

Insgesamt 6.956 Personen mit HIV (PLHIV) unter antiretroviraler Therapie wurden im Median über fast sechs Jahre nachverfolgt. Am Ende des Beobachtungszeitraums wurden 60% als virologisch supprimiert (HIV-1 RNA <50 Kopien/ml), 9% als LLV (HIV-1 RNA mehrmals zwischen 50 und 999 Kopien/ml) und 31% als nicht supprimiert (HIV-1 RNA ≥1.000 Kopien/ml) eingestuft.

Eine Low-level Virämie war mit einem signifikant erhöhten Mortalitätsrisiko (adjustierte Hazard Ratio: 2,2) assoziiert. Die Signifikanz blieb in der Subgruppe der PLHIV mit einer LLV zwischen 50 und 199 Kopien/ml bestehen. Eine LLV zwischen 200 und 999 Kopien/ml hingegen war mit einem signifikant erhöhten Risiko für schwere non-AIDS Ereignisse assoziiert (adjustierte Hazard Ratio: 2,0).

Diese Ergebnisse, so die Autoren, ergänzen die sich verdichtenden Belege dafür, dass eine geringgradige Virämie mit einem schlechteren klinischen Verlauf assoziiert ist.

Abbildung: © mattias löw/EyeEm - stock.adobe.com

Elvstam O et al. All-Cause Mortality and Serious Non-AIDS Events in Adults With Low-level Human Immunodeficiency Virus Viremia During Combination Antiretroviral Therapy: Results From a Swedish Nationwide Observational Study. Clinical Infectious Diseases 2021; 72 (12): 2079-2086

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