Leitlinie zur Rhinosinusitis || Herpes-Enzephalitis || Infektionsprophylaxe bei beatmeten Patienten
News Netzwerk Infektiologie Nr. 23 (Februar 2019)

Nicht einfach zu diagnostizieren: die HSV-Enzephalitis

Auch heute noch ist die Herpes-Enzephalitis weltweit die häufigste letal verlaufende Enzephalitis. Sie ist selten, nicht einfach zu diagnostizieren und atypische Verläufe sind häufiger geworden – der Einsatz von Aciclovir erfolgt damit häufig erst verzögert.

Die Autoren von der Ludwig-Maximilians-Universität in München werteten retrospektiv alle bestätigten HSV-Enzephalitiden (n=18) der letzten fünf Jahre aus. Die wichtigsten klinischen Symptome waren Veränderungen des Geisteszustands (77,8%), fokale neurologische Defizite (72,2%) und Fieber (72,2%). Bei vier der 18 Patienten war der Liquorbefund unauffällig, auch das initiale CT war bei 11 Patienten unauffällig. Hingegen hatten alle Patienten ein auffälliges EEG und alle bis auf einen ein MRT mit Anzeichen von Läsionen.
Alle Patienten wurden mit Aciclovir behandelt, bei 11 Patienten war ein Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich. Insgesamt sieben Patienten konnten mit einem guten klinischen Ergebnis entlassen werden, ein Patient verstarb. Die Autoren betonen abschließend die Bedeutung einer frühen Aciclovir-Therapie, die gegebenenfalls mit Foscarnet ergänzt werden kann.

Abbildung: © Gstudio Group - Fotolia.com

Referenz: Bewersdorf JP et al. Challenges in HSV encephalitis: normocellular CSF, unremarkable CCT, and atypical MRI findings. Infection. 2018 Dec 1. doi: 10.1007/s15010-018-1257-7. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract (die Vollpublikation ist nicht frei verfügbar)

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