STI-Prophylaxe mit Doxycyclin || Morbus Whipple Diagnostik || Antibiotika-Therapie bei Bakteriämie
News Netzwerk Infektiologie Nr. 29 (Dezember 2019)

Wie lange Antibiotika bei unkomplizierter Bakteriämie?

Bei Krankenhaus-Patienten ist eine gramnegative Bakteriämie mit erheblicher Morbidität und Mortalität assoziiert. Über die optimale Dauer der notwendigen Antibiotika-Therapie ist bisher wenig bekannt. Eine kürzere Therapie könnte möglicherweise die Verträglichkeit verbessern, die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzen sowie Resistenzen und Superinfektionen mit Pilzen oder Clostridium difficile verhindern.

Im Rahmen einer offenen multizentrischen Studie wurden insgesamt 604 Patienten mit einer gramnegativen Bakteriämie (306 in der Interventions-, 298 in der Kontrollgruppe) randomisiert. Die Patienten mussten fieberfrei und für mindestens 48 Stunden hämodynamisch stabil sein. In der Interventionsgruppe erhielten die Patienten für sieben Tage Antibiotika, in der Kontrollgruppe für zwei Wochen. Der zusammengesetzte primäre Endpunkt zu Tag 90 war Mortalität jeglicher Ursache; die Nichtunterlegenheitsgrenze lag bei 10%.

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Therapiestrategien wurden nicht beobachtet: 140/306 Patienten (45,8%) der 7-Tage-Gruppe und 144/298 (48,3%) der Patienten, die für 14 Tage Antibiotika erhielten, erreichten den primären Endpunkt (95% Konfidenzintervall -10,5% bis 5,3%). Die auf sieben Tage verkürzte Antibiotika-Therapie führte allerdings zu einer schnelleren Wiederherstellung der ursprünglichen funktionalen Kapazität.

Abbildung: © analysis121980 - Fotolia.com

Yahav D et al. Seven Versus 14 Days of Antibiotic Therapy for Uncomplicated Gram-negative Bacteremia: A Noninferiority Randomized Controlled Trial. Clinical Infectious Diseases, Volume 69, Issue 7, 1 October 2019, Pages 1091–1098

Link zum Artikel (frei verfügbar)

Beitrag weiterleiten


Sie möchten die News des Netzwerkes Infektiologie regelmäßig erhalten?

News bestellen

Dann tragen Sie sich hier ein - die News erscheinen 1x monatlich und sind jederzeit wieder abbestellbar.

Sie sind noch kein Mitglied im Netzwerk Infektiologie?

Mitglied im Netzwerk werden

Hier können sich infektiologisch interessierte Ärzte kostenfrei anmelden und die vielfältigen Vorteile des Netzwerkes nutzen.

News Netzwerk Infektiologie Archiv

News Netzwerk Infektiologie Nr. 30 (Februar 2020)
Erster Ebola-Impfstoff zugelassen || STI und PrEP || Zoster-Risiko bei immunsupprimierten Patienten
News Netzwerk Infektiologie Nr. 29 (Dezember 2019)
STI-Prophylaxe mit Doxycyclin || Morbus Whipple Diagnostik || Antibiotika-Therapie bei Bakteriämie
News Netzwerk Infektiologie Nr. 27 (August 2019)
Naturkatastrophen und Infektionen || Tb-Medikamentenresistenz in Deutschland || Schwere Infektionen bei Psoriasis-Patienten
News Netzwerk Infektiologie Nr. 26 (Juni 2019)
HIV-PrEP und STI II Masernimpfung im 1. Lebensjahr? II Fehlerhafte Antibiotika-Therapie und ihre Folgen
News Netzwerk Infektiologie Nr. 25 (April 2019)
Lernen aus der Grippe-Pandemie II Neuer HIV-Indikator II Ausbreitung Vancomycin-resistenter Enterokokken
News Netzwerk Infektiologie Nr. 24 (März 2019)
Harnwegsinfekte bei Frauen || WHO benennt globale Bedrohungen || Screening auf HIV, HBV und HCV
News Netzwerk Infektiologie Nr. 23 (Februar 2019)
Leitlinie zur Rhinosinusitis || Herpes-Enzephalitis || Infektionsprophylaxe bei beatmeten Patienten
Interaktionshotline Mitglieder des Netzwerkes können hier Fragen zu Wechselwirkungen stellen.
Anzeige: