STI-Prophylaxe mit Doxycyclin || Morbus Whipple Diagnostik || Antibiotika-Therapie bei Bakteriämie
News Netzwerk Infektiologie Nr. 29 (Dezember 2019)

STI-Prophylaxe mit Doxycyclin

In den letzten Jahren ist die Inzidenz bakterieller STI (STI: sexuell übertragene Infektion) vor allem bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, angestiegen. Dank der frühen HIV-Therapie und der prä-expositionellen Prophylaxe der HIV-Infektion ist das Ansteckungsrisiko für HIV mittlerweile deutlich verringert. Sexualkontakte ohne Kondom unter MSM sind seither häufiger geworden, und es stellt sich die Frage, ob eine STI-Prophylaxe mit Doxycyclin sinnvoll sein könnte. Der Übersichtsartikel fasst den derzeitigen Wissensstand zusammen.

Im Rahmen von zwei offenen randomisierten Studien war eine kurzzeitige Prophylaxe mit Doxycyclin bei MSM in unterschiedlichen Dosierungen erfolgreich. Während die Patienten in einer der Studien 100 mg Doxycyclin pro Tag erhielten, wurden in der zweiten Studie 200 mg eingesetzt. Die Teilnehmer der zweiten Studie sollten das Antibiotikum innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach einem Sexualkontakt ohne Kondom maximal an drei Tagen pro Woche einnehmen. In beiden Studien war die Inzidenz bakterieller STI in der Gruppe, die eine Doxycyclin-Prophylaxe erhielt, signifikant geringer.

Die bisherigen Daten sind vielversprechend, allerdings sind robustere Daten zu Wirksamkeit, möglichen Zielgruppen, notwendiger Dosierung, Langzeitverträglichkeit, Resistenzentwicklung, Kosteneffektivität und Nutzen/Risiko-Verhältnis erforderlich. Zurzeit laufen weitere Studien, die diese Fragen möglicherweise beantworten können.

Abbildung: © Stephen - Fotolia.com

Grant JS et al. Doxycycline prophylaxis for bacterial sexually transmitted infections. Clin Inf Dis 2019 [epub ahead of print]

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