Tetanus in Europa || Langfristige Effekte der HPV Impfung || Impf-Bedenken und wissenschaftliche Evidenz
News Netzwerk Infektiologie Nr. 28 (Oktober 2019)

Nachweisbarer Populations-Effekt und Herdenimmunität nach Einführung der HPV-Impfung – weniger Neoplasien und Kondylome

Vor über zehn Jahren wurde die Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) schrittweise implementiert. Nun belegt eine umfangreiche Analyse der wissenschaftlichen Literatur, dass diese Impfprogramme einen substantiellen Effekt auf die Inzidenz der HPV-Infektionen und mittelgradigen zervikalen Neoplasien bei Mädchen und Frauen haben, sowie auf die Rate der analen und genitalen Warzen bei Mädchen, Frauen, Jungen und Männern.

Eine kanadische Arbeitsgruppe analysierte 65 Publikationen aus 14 Ländern. Die Publikationen enthielten Daten von 60 Millionen Personen über bis zu 8 Jahren nach der HPV-Impfung. 5-8 Jahre nach der HPV-Impfung ging die Prävalenz der HPV 16 und 18 Infektion bei Mädchen um 83% und bei Frauen um 66% zurück. Auch die Häufigkeit von HPV 31, 33, and 45 wurde signifikant reduziert. Mittelgradige zervikale Neoplasien nahmen bei Mädchen um 51% und bei jungen Frauen um 31% ab. Auch das Auftreten von analen und genitalen Warzen wurde bei Mädchen und Jungen um etwa die Hälfte reduziert. Impf-Programme, die mehrere Kohorten einschlossen und eine hohe Vakzinationsrate erzielten, induzierten größere Präventions-Effekte und eine Herdenimmunität.

Abbildung: © Monkey Business - Fotolia.com

Drolet M et al., Population-level impact and herd effects following the introduction of human papillomavirus vaccination programmes: updated systematic review and meta-analysis, Lancet. 2019 Aug 10;394(10197):497-509. doi: 10.1016/S0140-6736(19)30298-3. Epub 2019 Jun 26.

Link zum Abstract (Artikel nicht frei verfügbar)

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