Tetanus in Europa || Langfristige Effekte der HPV Impfung || Impf-Bedenken und wissenschaftliche Evidenz
News Netzwerk Infektiologie Nr. 28 (Oktober 2019)

Tetanus in Europa – häufiger bei älteren Frauen

In 2017 wurden im Europäischen Wirtsschaftraum (EU + Norwegen, Island und Liechtenstein) 82 Tetanus Erkrankungen gemeldet, davon 46 bestätigte Erkrankungen. Menschen ab 65 waren die am meisten betroffene Altersgruppe und hier in der Mehrheit Frauen. Tetanus-Infektionen traten häufiger in den warmen Monaten auf, wenn mehr Aktivitäten draußen stattfinden.

Laut dem Europäischen Zentrum für Krankheits-Prävention und Kontrolle (ECDC) war die Inzidenz von Tetanus in 2017 ähnlich wie im Vorjahr. Von den 48 gemeldeten Wundstarrkrampf-Fällen mit bekanntem Verlauf verliefen 7 tödlich, davon waren 6 älter als 65 Jahre. Die beobachtete Epidemiologie erklärt sich möglicherweise mit einer geringeren Impfungsrate oder einer schwindenden Immunität gerade bei Älteren. Möglicherweise hatten auch Frauen über 65 während ihres Lebens weniger Gelegenheiten zur Tetanus-Impfung als Männer, welche in vielen Ländern im Rahmen des Militärdienstes routinemäßig geimpft wurden. Wegen der Schwere der Tetanus-Erkrankung sollten hohe Impfraten in allen Altersgruppen aufrechterhalten werden - insbesondere bei Älteren in Ländern mit höheren Erkrankungsraten, wie zum Beispiel in Italien, Polen, Rumänien oder Spanien.

Abbildung: © encierro - Fotolia.com

European Centre for Disease Prevention and Control. Tetanus. In: ECDC. Annual epidemiological report for 2017. Stockholm: ECDC; 2019.

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