Orale Therapie der Schlafkrankheit || HIV-Medikamentenresistenz || Malaria in Deutschland
News Netzwerk Infektiologie Nr. 22 (Januar 2019)

Etwa 1.000 Malaria-Fälle jährlich nach Deutschland mitgebracht

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 956 importierte Malaria-Fälle gemeldet; diese Häufigkeit ist seit 2014 unverändert. Die meisten Infektionen wurden in Afrika erworben. Besonders häufig ist die Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen betroffen. Angaben zur Malaria-Prophylaxe lagen für 619 Fälle vor; jedoch wurde nur für 91 Fälle (15%) die Einnahme entsprechender Medikamente berichtet.

Im Jahr 2014 wurde eine Zunahme der importierten Malaria-Fälle beobachtet, seither werden jährlich etwa 1.000 Fälle gemeldet, die überwiegend (93%) in Afrika erworben wurden. In einem Fall kam es in Deutschland zu einer Infektion. Dabei handelte es sich um eine Krankenschwester, die sich durch einen Nadelstich bei einem Patienten mit Malaria tropica infizierte. Die Reiseanlässe waren meist Besuche bei Freunden und Verwandten, Tourismus, Einsätze im Rahmen von Entwicklungsdienst und Mission sowie Geschäftsreisen. Plasmodium falciparum war der am häufigsten (81%) gemeldete Erreger, 3 Fälle verliefen tödlich.

Im Vergleich zu 2015, als schätzungsweise 298 Malariafälle bei Flüchtlingen bzw. Asylsuchenden auftraten (2017: 78), wurden 2017 weniger Malariafälle gemeldet.

Abbildung: © Chansom Pantip - Fotolia.com

Referenz: Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin 1. Nov 2018, Nr. 44

Link zur Publikation (die Vollpublikation ist frei verfügbar)

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