Vertrauen in Impfstoffe || HIV: Initial Efavirenz oder Integrasehemmer? || Das HIV-Kontinuum in Europa
News Netzwerk Infektiologie Nr. 37 (Dezember 2020)

„90-90-90“ – das HIV-Kontinuum in elf Europäischen Ländern

Das Jahr 2020 nähert sich dem Ende; es ist das Jahr, in dem die WHO das Ziel „90-90-90“ erreichen wollte: 90% aller Infizierten diagnostiziert, 90% aller Diagnostizierten unter antiretroviraler Therapie (ART) und 90% aller Therapierten virologisch supprimiert. Die Analyse von Vourli et al. untersucht, wie es um das Erreichen dieser Ziele in elf Ländern der Europäischen Union bestellt ist.

Insgesamt sind die Ergebnisse erfreulich: zwar wurden nicht alle Ziele erreicht, aber die Fortschritte gegenüber dem Jahr 2013 sind beachtlich. Aktuell sind 87% der Personen mit HIV diagnostiziert, 92% haben einen ART begonnen und 91% der Therapierten (und damit 73% aller Diagnostizierten) sind virologisch supprimiert.

Allerdings sollten diese Ergebnisse nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwischen den einzelnen Ländern große Unterschiede bestehen: Es sind zwischen 59% und 86% aller diagnostizierten Personen mit HIV virologisch supprimiert, und nicht mindestens 73%, wie für das 90-90-90-Ziel angestrebt.

In Deutschland wurde dieser Zielwert mit 73,8% bereits vor mehreren Jahren erreicht und im Jahr 2019 mit fast 82% deutlich überschritten, wie aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen. Die Diagnoserate liegt mittlerweile bei 88%, 97% der diagnostizierten Patienten werden antiretroviral behandelt und 96% der Personen, die eine ART erhalten, sind virologisch supprimiert.

Abbildung: © NicoElNino - Fotolia.com

Vourli G et al. Human Immunodeficiency Virus Continuum of Care in 11 European Union Countries at the End of 2016 Overall and by Key Population: Have We Made Progress? Clin Inf Dis 2020 [epub ahead of print]

Link zur Publikation (der Artikel ist frei verfügbar)

RKI Epidemiologisches Bulletin 48/2020

Link zur Publikation (der Artikel ist frei verfügbar)


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