Vertrauen in Impfstoffe || HIV: Initial Efavirenz oder Integrasehemmer? || Das HIV-Kontinuum in Europa
News Netzwerk Infektiologie Nr. 37 (Dezember 2020)

Integrasehemmer oder Efavirenz in der Initialtherapie?

Aktuell empfehlen die wichtigsten Leitlinien, in der antiretroviralen Initialtherapie Integrasehemmer (INI)-basierte Kombinationen zu verwenden. Bisher liegen jedoch nur in begrenztem Umfang Langzeitdaten zu Wirksamkeit und Verträglichkeit INI-basierter Regimes vor. Die NA-ACCORD (North American AIDS Cohort Collaboration on Research and Design) hat jetzt eine retrospektive Analyse durchgeführt und die Verläufe von 5.824 Patienten, die ihre Therapie mit einem INI-basierten Regime begannen, mit den Daten von 10.169 Patienten, die initial eine Efavirenz (EFV)-basierte Therapie erhielten, verglichen.

Für den zusammengesetzten Endpunkt (AIDS, akuter Myokardinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankung im Endstadium oder Lebererkrankung im Endstadium oder Tod) wurde das 6-Jahres-Risiko berechnet. In der Intent-to-Treat-Analyse lag der Unterschied (RD, Risikodifferenz) zwischen den Integrasehemmern und Efavirenz bei 0,3% und war damit nicht signifikant. Die Per-Protokoll-Analyse kam zum gleichen Ergebnis: keine Unterschiede in der Risikodifferenz oder der Hazard Ratio.

Das Risiko, den zusammengesetzten Endpunkt zu erreichen, bleibt mit rund 14% ungeachtet der verwendeten Substanzklasse immer noch beachtlich.

Abbildung: © Riccardo Niels Mayer - Fotolia.com

Lu H et al. Clinical Effectiveness of Integrase Strand Transfer Inhibitor–Based Antiretroviral Regimens Among Adults With Human Immunodeficiency Virus: A Collaboration of Cohort Studies in the United States and Canada. Clin Inf Dis 2020 [epub ahead of print]

Link zum Abstract (der Artikel ist nicht frei verfügbar)

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